Wuchiapingium

System Serie Stufe ≈ Alter (mya)
später später später jünger
P
 
e
 
r
 
m
Lopin­gium Changh­singium 251,9

254,2
Wuchia­pingium 254,2

259,9
Guada­lupium Capita­nium 259,9

265,1
Wordium 265,1

268,8
Roadium 268,8

272,3
Cisura­lium Kungu­rium 272,3

279,3
Artins­kium 279,3

290,1
Sakma­rium 290,1

295,5
Asselium 295,5

298,9
früher früher früher älter

Das Wuchiapingium (weniger häufig auch Wujiapingium) ist in der Erdgeschichte die untere chronostratigraphische Stufe des Oberperm oder Lopingium. In absoluten Zahlen (geochronologisch) deckt die Stufe in etwa den Zeitraum von etwa 259,9 bis etwa 254,2 Millionen Jahren ab. Das Wuchiapingium folgt auf das Capitanium und wird vom Changhsingium abgelöst.

Namensgebung und Geschichte

Der Name der Stufe geht auf Sheng (1962) zurück, der das Lopingium in zwei Formationen unterteilte: in die Wuchiaping- und in die Changhsing-Formation. Kanmera und Nakazawa (1973) haben dann das Wuchiapingium zu einer chronostratigraphischen Einheit definiert. 2004 wurde das Wuchiapingium von der International Commission on Stratigraphy (ICS) und International Union of Geological Sciences (IUGS) als globale chronostratigraphische Stufe beschlossen und ratifiziert.

Definition und GSSP

Die Basis des Wuchiapingiums ist definiert durch das Erstauftreten der Conodonten-Art Clarkina postbitteri postbitteri. Das Ende der Stufe wird mit dem Erstauftreten der Conodonten-Art Clarkina wangi markiert. Das Referenzprofil (GSSP) des Wuchiapingiums, das Penglaitan-Profil (chinesisch 蓬莱滩剖面), liegt in Laibin im Autonomen Gebiet Guangxi in Südchina.

Untergliederung

Das Wuchiapingium wird in zwei Ammoniten-Zonen unterteilt:

  • Araxoceras-Zone
  • Roadoceras/Doulingoceras-Zone

Lithostratigraphische Einheiten

Die Ausdehnung des Zechsteinmeeres

In den Südalpen und in den Ostalpen wird im unteren Wuchiapingium die Gröden-Formation abgesetzt, darüber folgt im oberen Wuchiapingium die Bellerophon-Formation. Im Oberostalpin entsteht das Salinar, das später, tektonisch deformiert zum Haselgebirge, die Gleitsohle der ostalpinen Decken bilden wird. Zudem wird im mittleren Wuchiapingium die terrestrische Rotliegend-Sedimentation im nördlichen Mitteleuropa durch die marine Zechstein-Sedimentation abgelöst. Mithin stammt auch der Kupferschiefer der Basisschichten des Zechsteins aus dem Wuchiapingium.

Fossilien

Für das Wuchiapingium typische Fossilien unter den Tetrapoden sind:

  • Aelurognathus
    Aelurognathus
  • Clelandina rubidgei
    Clelandina rubidgei
  • Dinogorgon rubidgei
    Dinogorgon rubidgei
  • Gorgonops torvus
    Gorgonops torvus
  • Inostrancevia
    Inostrancevia
  • Intasuchus
    Intasuchus
  • Lycaenops
    Lycaenops
  • Pareiasaurus serridens
    Pareiasaurus serridens
  • Pristerognathus vanderbyli
    Pristerognathus vanderbyli
  • Procynosuchus delaharpeae
    Procynosuchus delaharpeae
  • Rhinesuchus
    Rhinesuchus
  • Rubidgea atrox
    Rubidgea atrox
  • Sauroctonus parringtoni
    Sauroctonus parringtoni
  • Scutosaurus
    Scutosaurus
  • Sycosaurus laticeps
    Sycosaurus laticeps
  • Youngina (Schädel)
    Youngina (Schädel)

Literatur

  • Felix M. Gradstein, James G. Ogg, Mark D. Schmitz & Gabi M. Ogg: Geologic Time Scale 2020, Vol. 2. Elsevier 2020 ISBN 978-0-12-824360-2
  • Yugan Jin, Shuzhong Shen, Charles M. Henderson, Xiangdong Wang, Wei Wang, Yue Wang, Changqun Cao, Qinghua Shang: The Global Stratotype Section and Point (GSSP) for the boundary between the Capitanian and Wuchiapingian Stage (Permian). In: Episodes. Band 29, Nr. 4, Beijing 2006, S. 253–262. ISSN 0705-3797 (PDF)
  • Deutsche Stratigraphische Kommission, Manfred Menning (Hrsg.): Stratigraphische Tabelle von Deutschland 2002. Potsdam 2002, ISBN 3-00-010197-7 (1 Blatt, Stratigraphie.de [PDF; 6,6 MB]). 
  • Kommission für die paläontologische und stratigraphische Erforschung Österreichs der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Die Stratigraphische Tabelle von Österreich (sedimentäre Schichtfolgen). Wien, 2004 (PDF; 376 kB)
  • International Chronostratigraphic Chart 2012 (PDF)
  • Permophiles Newsletter 35 1999 (PDF-Datei; 923 kB)